Urlaub in Deutschland – Reisen in Coronazeiten

Anfang März sind wir aus Neuseeland zurückgekommen. Wir waren auf dem Hinweg noch froh, nicht über Peking fliegen zu müssen. Unterm Strich haben wir es nach diversen Umbuchungen noch gerade so auf regulären Linienfliegen nach Hause geschafft. Komischerweise war außer einem Trip auf die iberische Halbinsel nichts weiter geplant, so dass sich die Reiseausfälle fährend der Pandemiehochzeit verkraften lies.

Da für uns nicht-reisen grundsätzlich keine Option ist und ich ohnehin schon mal in Deutschlands Norden wollte, schrie alles nach einer innerdeutschen Ausfahrt. Wie das genau aussah und was außer dem Welcome Drink auf elektrisch verstellbaren Liegesitzen sonst noch anders war, lest ihr weiter unten.

Reisevorbereitung

Ich habe tatsächlich zu Zeiten, in denen keiner an Reisen gedacht hat, stornierbare Unterkünfte reserviert. Unterm Strich habe ich dann alles noch mal über den Haufen geworfen und ein Hotel wurde gegen eine Ferienwohnung getauscht, aber die Route ist grob geblieben.

Das Gepäck war für zwei Wochen Deutschlandurlaub nahezu identisch mit dem Gepäck für die Neuseelandreise. Man muss wettermäßig mit allem rechnen (was auch genau so war), und so wurde gepackt wie immer, nur eben ohne Reisepass, dafür mit einer Flasche Desinfektionsspray und einer Großpackung Gesichtsmasken, die sich im Laufe des Urlaubs an diversen Orten (Autotür, Jacke, Hoodie) wiederfanden.

Die Reiseroute

Ich war immer der Meinung das Frankfurt sehr zentral liegt. Vier europäische Hauptstädte sind in unter 4h erreichbar, aber der Nordosten Deutschlands… wir sind selbst schneller nach Mailand gefahren als nach Rügen!! Aber gut, es ist ja alles eine Frage der Etappen, und in den USA fahre ich auch schon mal 4000km in 10 Tagen, daher wurde alles schön in ~3h-Trips aufgeteilt, d.h. Gera, Potsdam, Binz, Hamburg, Sylt, Bremen. 

Von der Rückfahrt aus Bremen abgesehen war die Fahrt echt entspannt, wobei wir auch immer versucht haben, etwas abseits der Stoßzeiten zu fahren.

Unterkünfte

Ich bin ja großer Hotelverfechter. Mal eben eine Nacht in ein Hotel, dank Status einen Welcomedrink und ein Zimmerupgrade einkassiert, und dann noch Punkte gesammelt – da fällt mir spontan erst mal nichts schlechtes bei auf 🙂 Ich war während der Pandemie einmal dienstlich unterwegs und kannte daher schon das Prozedere mit Frühstück im Tütchen, was in meinem Falle für mich und einen mitgefütterten Kollegen ausgereicht hat. Aber zurück zur Norddeutschlandtour, wobei ich Gera außen vor lasse da wir hier privat übernachtet haben.

Potsdam

Hier fiel die Wahl auf das NH Hotel. Es liegt superzentral in der schönen Altstadt, die Zimmer sind gut in Schuss, könnten aber langsam mal ein Upgrade vertragen. Kurzfristig wurde eine güstige Rate inkl. Frühstück verfügbar, also habe ich noch mal umgebucht (ich weiß schon warum ich es hasse, nicht-stornierbare Raten zu buchen).

Im NH sind wir auch erstmalig mit den Frühstücksregeln während Coronazeiten vertraut gemacht worden, d.h. konkret man sucht sich am Vortag aus, in welchem Zeitfenster man frühstücken will (first come, first serve), zudem wurde man gefragt was man frühstücken möchte, und am nächsten Morgen fand man sich im Hotelrestaurant ein, suchte sich einen der (etwas verloren wirkenden) Plätze aus, und das Servicepersonal stelle einem ca. 15 Teller, Schälchen und Gläschen auf den Tisch 🙂 Im Nachhinein betrachtet war es das beste Frühstück was wir auf der Reise hatten.

In Potsdam kamen wir in den Genuss eine privaten Stadttour unserer Freundin Judith, die uns zwar 20km durch die Stadt scheuchte, uns dafür aber auch sehr viel vom dem zeigte, was Potsdam zu bieten hat: dsa holländische Viertel, die russische Kolonie, Schloss Sanssouci und ganz viel Wasser, was bei den 30 Grad die wir hatten, ziemlich geil war. Also nix kleiner Bruder von Berlin, Potsdam alleine ist eine Reise wert.

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Am nächsten Tag gings dann weiter Richtung Rügen, mit Zwischenstop in Malchow an der Mecklenburgischen Seenplatte. Auch hier könnte man es ein paar Tage aushalten. Da man aber selbst von Potsdam aus noch gut 3,5h bis nach Binz unterwegs ist, blieb es bei einer kleinen Eispause.

Binz

Für die vier Nächte auf Rügen haben wir uns für eine Ferienwohnung entschieden. Leider ist die Ostsee gesäht mit Ferienwohnungen im Charme der späten 90er, mit Terracotta, Eichemöbeln und buntgemusterten Couches. Okay, 20 Jahre alter Teppich wäre schlimmer, aber unterm Strich solls ja auch gemütlich sein. So landeten wir in der Villa Österreich, welche 2019 komplett renoviert wurde und einrichtungsmäßig unserem Geschmack entsprach. Billig war die Wohnung nicht (ganz abgesehen von den Punkten), der große Vorteil war aber die Unabhängigkeit von festen Zeiten für Frühstück und Abendessen, sofern man gewillt war die Kaffeemaschine morgens selbst einzuschalten.

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Hamburg 

Da mein Hilton Honors Konto ganz gut gefüllt war entschieden wir uns für eine Freiübernachtung im Curio Hotel Reichshof. Ich kenne das Hotel noch als Maritim, das ist aber ein paar Jahre her. Man hat das Hotel sehr ehrwürdig renoviert und das Restaurant ist optisch schon ein Ganzstück. Die Zimmer fand ich tatsächlich nur ok wenn man berücksichtigt, dass die Renovierung noch nicht so lange her ist. Beim Check-In gegen15h gabs dann nur noch die Auswahl um acht oder um zehn Uhr zu frühstücken. Schon klar das nicht alle um neun Uhr frühstücken können, und in irgendwelchen Bars abstürzen ist aktuell auch schwer, aber man muss sich halt schon nen Wecker stellen. Eine Vorauswahl war nicht zu treffen.

Leider hat uns das Personal 15 Minuten lang übersehen (was schon nicht ganz einfach ist, denn es sind ja kaum Tische besetzt und wenn Personen an einem leeren Tisch sitzen die nicht selbst an ein Buffet dürfen, dann hat man ihnen wohl noch nichts gebracht), was den Eindruck etwas trübte. Schon klar, alles neu für alle, aber man könnte sich wenigstens mal entschuldigen. Termindruck darf man aktuell beim Frühstück jedenfalls nicht haben.

Sylt

Auch hier lohnte sich die storierbare Rate, die täglich ein wenig günstiger wurde. Hat unterm Strich 100 Euro gespart. Als Vorzeigekunde habe ich natürlich versucht überall online einzuchecken, so auch im Lindner auf Sylt, um dann an der Rezeption einen schweren Schlüssel in die Hand gedrückt zu bekommen. Ansonsten lief hier aber alles vorbildlich, desinfizierte Kullis rechts, benutzte Kulli links im Halter. Ein Hänger an der Tür wies darauf hin das alles desinfiziert wurde und die high-touch-Flächen wurden einzeln benannt. Unsere Upgradeanfrage auf ein besseres Zimmer (17 Euro/Nacht) hat geklappt, wobei das Upgrade an der Badezimmertür endete. 

Auch im Linder gabs drei Zeitfenster und drei Frühstücke zur Auswahl, und wenn man morgens kam Stand schon alles auf dem Tisch. Organisatorisch war das sehr gut gelöst, wobei die Käseauswahl statisch war (Butterkäse aus der Großpackung).

Bremen

Hier gabs zwei Nächte im Couryard by Marriott. Das liegt praktischerweise direkt am Bahnhof, das Frühstück im Hotel (14 Euro pP) haben wir abgelehnt und haben uns einen Morgen am Bahnhof was geholt, einmal haben wir im Café gefrühstückt. Ich kenne das Hotel von vor ein paar Jahren, wobei der Charme etwas bröckelt (inkl. der Tapete, die sich über unserem Fenster löste). Geärgert habe ich mich über die Bar. Eine Getränkekarte gab es nicht (verstehe ich sogar noch) und wir entschlossen uns beide, einen Wein zu trinken. Der war dann aber gleich aus dem oberen Segment, wie sich später auf der Rechnung herausstellte.

Gastronomie

Das wird jetzt niemanden überraschen, aber wir haben alles erlebt. Jetzt haben wir ja ein paar Bundesländer mitgenommen und ein paar Dinge sind pro Bundesland anders gelöst, aber man wusste nie genau auf was man sich einlässt. Beispielsweise die Erfassung der Kontaktdaten in den Restaurants lief mal besser (erklärt, übergeben, wieder in Emfang genommen), mal schlechter (Zettel mit allen Adressen und Telefonnummern der Vorgäste der letzten zwei Tage liegen auf dem Tisch). Und dann gibt es Kellner mit Mund-Nase-Schutz, mit Mund-Kinn-Schutz, Kinn-Schutz oder komplett ohne Maske. Die einen hatten bedruckte Tischsets als Karten, bei den anderen wurden die gleichen Karten wie immer ausgegeben.

Zudem gab es erstaunlich viele Aushänge, das ausschließlich Bargeld akzeptiert wird. Da wurde wohl schon häufiger nach dem Kartenlesegerät gefragt 🙂

Mal so grundsätzlich zu den Masken

Nachdem diese wieder lieferbar sind hat die Bundesregierung ja beschlossen, dass sie doch sinnvoll sind. Mir erscheint das im Sinne des „Tröpfchenfluges“ durchaus sinnvoll, setzt aber eben voraus, das man sie über Mund und Nase trägt. Und das man sie (vor allem als Bedienung) nicht permanent vorne mittig (da wo es nach einer Zeit schön durchgeweicht ist) anfasst, und auf und ab nimmt. Oder für jedes gesprochene Wort abnimmt (sinnfrei) und dann wieder aufsetzt. Wir sind selbst 10 Minuten vom Autohaus (Schiebedach ging kaputt = kostenlos parken vor der Überfahrt nach Sylt) zum Bahnhof mit Koffer gelaufen, und so lange man in Bewegung ist kann man (konnte ich) die Maske auch gut ab, aber als ich dann im Zug auf meinem Platz saß und sich plötzlich die Stauwärme bildete – puuuh! Ich kann nur empfehlen sich Zeit zu lassen.

Alex

Alex ist der Reiseexperte. Kein Meilenschnäppchen bleibt unentdeckt, kein Bonusprogramm unangetastet.

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