Devil’s Throat Cave – eine schaurig beeindruckende Höhle in Bulgarien

Schon bei der Anreise überkommt mich ein schauriges Gefühl. Es ziehen zunächst dunkle Wolken auf, bevor dann auch noch das mobile Internet verschwindet. In den westlichen Rhodopen in Bulgarien haben wir uns auf den Weg gemacht, die Teufelsschlundhöhle, auch Dyavolsko Garlo oder Devil’s Throat Cave genannt, zu besuchen.

Beschwerliche Anreise durch die Trigrad-Schlucht

Der Devil’s Throat Cave befindet sich 1,5 Kilometer nördlich des Dorfes Trigrad und liegt in der gleichnamigen Trigrad-Schlucht. Die enge Straße ist ziemlich im Eimer und zum Teil weggespült, wir überlegen, ob wir weiterfahren oder umkehren sollten. Wir setzen die Fahrt langsam in unserem Kia Rio fort und gelangen schließlich zum Parkplatz direkt vor der Höhle.

Dyavolsko Garlo Parkplatz
Parkplatz vor Dyavolsko Garlo

Das Wetter verschlechtert sich zunehmend, das spielt aber für den Besuch der bulgarischen Höhle keine Rolle – schließlich ist das Merkmal einer Höhle eine Decke über dem Kopf. Wir kaufen schnell die Tickets für 6 Leva pro Person und begeben uns zum Eingang der Steilwandhöhle, die durch einen Erdrutsch entstanden ist.

Wir erfahren, dass der Name der Höhle von der Form des ehemaligen Eingangs (jetzt – Ausgangs) stammt, der einem Kopf des Teufels ähnelt. Der Hauptteil der Höhle wird von einer großen Halle eingenommen, in der sich der höchste unterirdische Wasserfall auf der Balkanhalbinsel befindet. Durch die Höhle fließt ein Fluss, der aus 42 Metern Höhe in den Boden stürzt und bis in eine geräumige Halle fließt. Die Länge der Halle beträgt 110 Meter, die Breite 47 Meter und die Höhe erreicht sagenhafte 35 Meter.

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Besuch des Devil’s Throat Cave in Bulgarien war ein Abendteuer

Im Devil’s Throat Cave hat es ein feucht-kaltes Klima. Das wenige Licht und das mächtige Tosen des Wasserfalls sorgen dafür, dass der Besuch einem kleinen Abendteuer gleicht. Entlang des herabstützenden Flusses führt eine steile, feuchte und kaum endende Treppe mit schmalen Stufen zum Ausgang der Höhle. Man sollte schwindelfrei sein und darf keine Höhenangst haben.

Rumbling Hall
Die Größe der Höhle wird deutlich, wenn man die Person mit der blauen Jacke als Maßstab heranzieht.

Wir erfahren, dass der erste Versuch, in die Höhle einzudringen 1961 von Nicola Korchev und Helena Padareva unternommen wurde. Die beiden Bergsteiger erreichten die Große Halle der Kluft und versuchten dann, den Weg des Flusses weiterzugehen. Mangelnde Ausrüstung und fehlende Erfahrung verhinderten jedoch ein weiteres Vordringen in den Abgrund.

Unglaublich und unheimlich wirkt auf uns die Information, dass nichts, was der Fluss in die den Devil’s Throat Cave hineingetragen hat, jemals wieder herauskommt. Es wurden viele Versuche unternommen, Holzstücke und anderes Material durch die Höhle zu verfolgen, aber sie verschwinden alle spurlos in dem unterirdischen Fluss. 

Vielleicht ist es das, was die Neugierde weckt und die Fantasie anregt. Denn der Teufelsschlund gibt Anlass zu verschiedenen Legenden. Eine antike Legende besagt, dass Orpheus hier in die Unterwelt des Hades hinabsteigt, um seine Geliebte Eurydike zu retten:

„Der Teufelsschlund ist der Legende nach der Weg, auf dem Orpheus, der legendäre thrakische Sänger, versuchte, seine geliebte Euridike aus dem Hades in der Unterwelt zurückzuholen. Der Sage nach war Orpheus, ein berühmter Musiker, dessen Musik angeblich so süß war, dass er alles zähmen konnte, was ihm gefiel, sehr verliebt in Euridike. Doch am Tag ihrer Hochzeit wurde Euridike von einer giftigen Schlange gebissen und starb.“

Unterirdischer Flussverlauf des Devil’s Throat Cave bleibt unerforscht

Auch in jüngerer Zeit bewahrt der Teufelsschlund seine dunkle Pracht. In den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts betraten Höhlenforscher die Höhle und begannen, weitere Erkundungen zu unternehmen. Doch die unterirdische Route des Flusses unter der Galerie bleibt ein Geheimnis, so dass im Jahr 1970 eine massive Expedition mit der seinerzeit besten Unterwasser-Ausrüstung organisiert wurde. Die jungen Taucher Siana Lyutskanova und Evstati Yovchev kehrten nie vom Tauchen zurück, und ihr tragischer Tod hat jede weitere Forschung verhindert.

Experimente mit Farbstoffen haben jedoch gezeigt, dass das Wasser mehr als zwei Stunden braucht, um die Strecke von einer Öffnung zur nächsten zurückzulegen, was zu Spekulationen über ein ausgedehntes System unterirdischer Flüsse in der Höhle führt.

Wer und wann der „Teufelsschlund“ benannt wurde, ist nicht bekannt. Der alte Name dieses einzigartigen Phänomens ist „Ahorlakimeto“ – er ist türkisch-arabischen Ursprungs und bedeutet wörtlich „Klokotnik“. 

Am Ende der Treppen befindet sich der Höhlenausgang. Vorbei an einigen Händlern, die bulgarische Produkte zum Probieren anbieten, führt der Weg entlang der Straße zurück zum Parkplatz. Wir verlassen die Trigrad-Schlucht und gleichermaßen wird das Wetter wieder gut. Unvergessen bleibt der schaurig-unheimliche Besuch des Devil’s Throat Cave allemal.

Details zu unserem Besuch:

  • Zeitpunkt: Mai 2022
  • Kosten des Besuchs: 6 Leva pro Person
  • Dauer: Ca. 30 Minuten

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