Die Geisterstadt Kolmannskuppe in Namibia entdecken

Kolmannskuppe, Namibia
Kolmannskuppe, Namibia
Reisebericht zur Geisterstadt Kolmannskuppe in Namibia
  • Reisezeit: September 2017
  • Ausgangspunkt: Von Lüderitz mit dem Auto, ca. 15 min. Fahrt
  • Öffnungszeiten: täglich, 8.00 – 13.00 Uhr
  • Eintrittspreis: N$100,00 für die Führung
  • Dauer der Führung: ca. 45 – 60 Minuten
  • Offizielle Website: http://kolmanskuppe.com/

Wer die Hafenstadt Lüderitz in Nambia besucht, sollte einen Abstecher in die deutsche Geisterstadt Kolmannskuppe keinesfalls außen vor lassen. 400 Menschen konnten in der Blütezeit den Ort „Kolmannskuppe“ ihr Zuhause nennen und sorgten dafür, dass aus dem Wüstensand 20 Prozent der Weltproduktion an Diamanten herausgeholt wurde.

Nach wem wurde Kolmannskuppe benannt?

Die Name der einstigen Stadt führt auf Johnny Coleman zurück. Mit einem Ochsenkarren transportierte er im Jahr 1905 Waren zwischen Keetmanshop und der Lüderitzbucht. Wegen eines Sandsturms blieb er an der Stelle stecken, die später nach ihm benannt wurde. Auch wenn er seinen Ochsenkarren im Sand zurücklassen musste, konnte Coleman gerettet werden. An diesem Platz entstand später die Ortschaft Kolmanskop, auch bekannt unter „Kolmanskuppe“, „Colmanskop“.

Wie aus Kolmanskop eine Geisterstadt wurde

Damals gehörte die Gegend um Lüderitz zu Deutsch-Südwestafrika, eine deutsche Kolonie zwischen 1884 bis 1915.

Beim Wegschaufeln von Flugsand während Instandhaltungsarbeiten an der Lüderitz-Eisenbahn fand der einheimische Mitarbeiter Zacharias Lewala im April 1908 mehrere Steine, in denen er Diamanten vermutete. Diese übergab er seinem Vorgesetzten,  dem Thüringer August Stauch, der sich bereits zuvor mit Mineralogie beschäftigte. Er erkannte den Wert des Fundes sofort und sicherte sich Schürfrechte (Claim) in der Gegend. In der Zeit des Deutschen Reichs wurde Kolmannskuppe zum Diamantensperrgebiet erklärt.

Mitten in der Wüste entstand eine reiche Bergbaustadt. Es fehlte an nichts: Neben den Wohnhäusern entstanden in der Stadt Lebensmittelgeschäfte wie Metzger und Bäcker, ein Postamt, ein Tante-Emma-Laden, ein modernes Krankenhaus, eine Polizeistation, eine Schule, Elektrizitätswerk und Eisfabrik, eine Limonadenfabrik, ein Ballsaal samt Theater, Turnhalle und Großküche.

Ein Krankenhaus versorgte die 400 Bewohner von Kolmanskop.

Ein Krankenhaus versorgte die 400 Bewohner von Kolmanskop.

Die Kolmannskupper schrieben Kultur groß und ließen europäische Opernsänger extra für einen Auftritt in Deutsch-Südwestafrika einreisen. Die luxuriösen Häuser der Dienstherren, Buchhalter, Architekten und Ärzte waren mit Strom, einem Eisschrank, Badewannen und Telefonen ausgestattet.

Den Deutschen durfte es an einer geselligen Kegelbahn natürlich auch nicht fehlen.

Die Stadt war so reich, dass sie sich ein Schwimmbad und eine Schmalspurbahn für den Transport von Waren und Personen innerhalb des Ortes leisten konnte.

Kolmanskop Salzwasser-Schwimmbad

Das Becken des Salzwasser-Schwimmbads, Mitten in der Wüste Namibias

Während die Waren des täglichen Lebens noch aus dem rund 1.000 km entfernten Kapstadt herantransportiert wurden, mussten die Baumaterialien der Häuser, Maschinen und Einrichtungen aus Deutschland verschifft werden. Sogar ein Röntgengerät wurde aus Deutschland importiert. Der Luxus dauerte nur kurz an, denn die um Kolmanskop liegenden Diamantenfelder waren bald abgeschürft. Die Diamantenförderung verlagerte sich stetig weiter in den Süden Namibias, bis sie 1930 in dem Ort ganz eingestellt wurde.

Heute ist die ehemalige deutsche Siedlung  der Diamanten-Gesellschaften ein Flächendenkmal u. Freilicht-Museum. Die Sehenswürdigkeit der in Sand verschütteten, aber teilweise noch gut erhaltenen Gebäude ist von der Küstenstadt Lüderitz 15 Kilometer entfernt.

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Bilder aus Kolmanskop

Geisterstadt Kolmannskuppe

Die Häuser sind in der Geisterstadt Kolmannskuppe noch gut intakt und können sogar betreten werden.

Ein Versorgungszug verkehrte täglich in der kleinen Stadt, um die Bewohner entsprechend zu versorgen.

Ein Versorgungszug verkehrte täglich in der kleinen Stadt, um die Bewohner entsprechend zu versorgen.

Kegelbahn Kolmannskuppe

„Gut Holz“, Foto aus der Kegelbahn Kolmannskuppe

Blick in ein Schlafzimmer in der Geisterstadt Kolmanskop.

Blick in ein Schlafzimmer in der Geisterstadt Kolmanskop.

Krankenhaus in Kolmanskop.

Krankenhaus in Kolmanskop.

Panoramabild der Kegelbahn in Kolmannskuppe.

Panoramabild der Kegelbahn in Kolmannskuppe.

Ein Wohnzimmer in einem der Häuser in der Geisterstadt Kolmanskop.

Ein Wohnzimmer in einem der Häuser in der Geisterstadt Kolmanskop.

Wassertank in Kolmanskop.

Wassertank in Kolmanskop.

Haus des Architekten in Kolmanskop

Haus des Architekten in Kolmanskop

Gebäude in Kolmannskuppe

Gebäude in Kolmannskuppe

Kolmannskuppe Öffnungszeiten und Führungen

  • täglich 8.00 – 13.00 Uhr
  • Geführte Touren ca. 1 Stunde in Deutsch und Englisch:
    • Montag bis Samstag: 9:30 Uhr und 11:00 Uhr
    • Sonntags und Feiertags: 10:00 Uhr.
    • Die Touren kosten N$100,00 pro Erwachsener und N$20,00 pro Kind (6 – 14 Jahre). Kleinkinder und Babys zahlen keinen Eintritt.

Kolmannskuppe Photo Permit

Fotogenehmigungen (gewähren den Zugang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang – nur für nicht kommerzielle Fotografen) kosten N$300,00 pro Person.

Während den Touren darf ebenfalls fotografiert werden. Kommerzielle Fotografen müssen sich an das Büro wenden.

Lohnt sich der Besuch der Geisterstadt in Namibia?

Der Besuch der deutschen Geisterstadt im Jugendstil war für mich ein beeindruckendes Erlebnis. Ganz anschaulich lernt man hier viel über einen Teil der deutschen Geschichte. Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört – trotzdem sind einige der Häuser noch gut intakt und man kann erahnen, in welchem Luxus die Bergarbeiterstadt zwischen 1908 und 1930 geschwelgt haben muss. Das es Mitten in der Wüste sogar einen riesigen Pool gab, beeindruckt mich doch sehr. Foto- und Geschichtsbegeisterte kommen hier auf Ihre Kosten.

Ich empfehle euch, die erste Führung mitzumachen. Danach habt ihr Zeit, auf eigene Faust das Gelände zu erkunden und Fotos zu schießen.

Alex und Matthes haben Kolmannskuppe im September 2017 besucht.

Alex und Matthes haben Kolmannskuppe im September 2017 besucht.

Matthes

Matthes

Wenn es ums Reisen geht, kennt Matthes keine Kompromisse.

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